Ich bin nicht entweder oder. Ich bin beides. Und noch mehr.
- janinapinske
- 12. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Heute lief ein Lied, das ich ewig nicht gehört hatte.
Ein Song aus den 90ern, der davon erzählt, dass man ein bisschen von allem ist. Kein klares Label. Keine saubere Schublade.
Und während ich ihn gehört habe, dachte ich: Ja, genau so.
Ich passe nicht 1:1 irgendwo rein.
Noch nie.
Ich bin laut und leise.
Ich tanze auf Festivals im Staub und sitze genauso gern schweigend in einem Yoga-Ashram.
Ich liebe jahrtausendealte Yogaschriften und genieße abends entspannt die neueste Bridgerton-Folge.
Ich lebe im Hier und Jetzt, modern, verbunden und wünsche mir manchmal eine Zeit zurück, in der es keine Smartphones gab.
Ich style mich gern, ziehe mich schick an, gehe aus und an anderen Tagen will ich nichts außer in meiner bequemsten Leggings und dem Lieblingshoodie auf meinem Sofa liegen.
Ich reise gerne um die Welt um neue Orte und Kulturen zu entdecken und bin gleichzeitig unglaublich gern zuhause. In meinem Haus. In meinem eigenen Bett. In meinem Garten.
Lange Zeit habe ich gedacht, das seien Widersprüche.
Dass ich mich entscheiden müsste.
Für eine Seite.
Für eine Version von mir.
Und manchmal kommt dieser Gedanke immer noch:
Mach es doch klarer. Eindeutiger. Greifbarer für andere.
Aber je älter ich werde, desto mehr merke ich: Vielleicht ist genau das meine Wahrheit. Dass ich bunt bin. Dass ich ein Paradoxon bin. Dass ich nicht eindimensional bin, sondern vielschichtig.
Und ja, das ist für das Umfeld nicht immer leicht. Menschen lieben es, andere einzuordnen. Zu verstehen. Abzuspeichern. Wenn das nicht funktioniert, macht es manchmal unsicher.
Aber ich glaube inzwischen: Es ist nicht meine Aufgabe, für andere „einsortierbar“ zu sein. Es ist meine Aufgabe, mir selbst treu zu bleiben.
Und wenn sich Vorlieben ändern dürfen. Wenn sich Einstellungen verschieben. Wenn eine Seite leiser wird und eine andere lauter, dann ist das kein Fehler. Dann ist das Leben.
Über Veränderung habe ich bereits in einem anderen Blogbeitrag geschrieben (👉 hier kannst du ihn lesen). Dieser Text hier ist eher eine Erinnerung daran, dass Veränderung und Vielseitigkeit zusammengehören.
Was das mit dir zu tun hat
Vielleicht liest du das und nickst innerlich.
Vielleicht spürst du genau dieses Spannungsfeld auch in dir.
Vielleicht liebst du Sicherheit und Freiheit.
Tiefe Gespräche und Leichtigkeit.
Rückzug und Trubel.
Und vielleicht hast auch du dir schon mal gedacht, dass du "zu widersprüchlich“ bist.
Zu viel.
Zu wenig eindeutig.
Dann möchte ich dir sagen:
Du bist nicht falsch.
Du bist vieles.
Kleine Impulsfragen für dich
Wo halte ich mich gerade zurück, um für andere stimmiger zu wirken?
Welche Seite von mir bekommt zu wenig Raum, obwohl sie da ist?
Was würde ich mir erlauben, wenn ich niemandem etwas erklären müsste?
Welche Version von mir möchte sich gerade zeigen – heute, jetzt, in dieser Phase?
Ein kleines Ritual
Nimm dir einen Moment – vielleicht abends, oder in einem ruhigen Moment.
Schreib den Satz auf:
"Ich erlaube mir, heute beides zu sein.“
Und dann ergänze ihn intuitiv.
Leise und laut.
Diszipliniert und verspielt.
Tiefgründig und leicht.
Ohne Bewertung. Ohne Rechtfertigung.
Zum Schluss
Du musst dich nicht festlegen, um echt zu sein.
Du darfst dich verändern.
Du darfst widersprüchlich wirken.
Du darfst wachsen, dich neu entdecken, alte Seiten loslassen und neue einladen.
Vielleicht bist du – genau wie ich – ein bisschen von allem.
Und vielleicht ist genau das deine größte Stärke.









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