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Disziplin neu gedacht: Was Tapas im Yoga wirklich bedeutet


In den alten Yogaschriften ist häufig von Tapas die Rede (nein, sie sind dabei nicht auf den Geschmack des leckeren spanischen Essens gekommen. 😉).


Tapas ist ein Sanskrit-Begriff, der heute häufig mit Disziplin übersetzt wird.


Doch Disziplin klingt für viele erst einmal anstrengend. Sie verbindet sich schnell mit Gedanken wie: Ich muss etwas tun. Ich muss leisten. Ich muss meine Routinen durchziehen, ohne Wenn und Aber.


Ein Stück weit stimmt das auch.


Denn auf dem Yogaweg braucht es eine gewisse Regelmäßigkeit. Ohne Asana-Praxis wird dein Körper weder kräftiger noch beweglicher. Ohne Meditation, bewusste Atemübungen oder achtsame Momente wird auch dein Geist nicht dauerhaft ruhiger werden.


Das wissen wir eigentlich alle. Schließlich hören wir schon unser ganzes Leben Sprüche wie: „Ohne Fleiß kein Preis.“ Oder: „Von nichts kommt nichts.“


Und ja, darin steckt Wahrheit.


Handlung ist wichtig, aber warum handelst du?


Auch die alten Yogaschriften sagen ganz klar: Ohne Handlung gibt es kein Ergebnis.


Besonders die Bhagavad Gita beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema. Eine ihrer zentralen Lehren lautet: Handle. Gib dein Bestes. Aber handle um der Handlung selbst willen und nicht wegen der Belohnung, die du dir davon erhoffst.


Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, musste ich kurz innehalten.


Denn das ist doch eine völlig andere Sichtweise. Ich tue etwas nicht, um irgendwann etwas dafür zu bekommen. Ich tue es, weil die Handlung selbst richtig ist.

Nehmen wir Sport als Beispiel. Wenn ich jeden Tag diszipliniert trainiere, aber nur deshalb, weil ich in sechs Wochen unbedingt den perfekten Sommerbody haben möchte (wer will den nicht? 😉), dann ist meine Motivation vollständig an das Ergebnis gekoppelt.


Ich trainiere nicht des Trainings wegen. Ich trainiere für die Belohnung. Nach außen betrachtet scheint das völlig normal zu sein. Schließlich leben wir in einer Leistungsgesellschaft: Wer etwas leistet, bekommt etwas dafür.


Und grundsätzlich stimmt das auch, da gehe ich durchaus d'accord (vier Jahre Französischunterricht waren also doch nicht ganz umsonst. 😉).


Die Kraft deiner Intention


Und gleichzeitig finde ich es unglaublich wichtig, die eigene Intention zu hinterfragen. Tue ich etwas, weil es sich für mich stimmig anfühlt? Weil ich Freude daran habe? Weil ich mich dadurch ausdrücken kann?


Oder tue ich es ausschließlich, weil ich glaube, es tun zu müssen, um irgendwann etwas zu bekommen?


Dieser Unterschied verändert alles.


Was passiert, wenn die Belohnung ausbleibt?


Stell dir vor, du gibst jeden Tag auf der Arbeit dein Bestes. Du arbeitest Überstunden. Du machst mehr als alle anderen. Du hoffst auf die Beförderung, die Gehaltserhöhung oder wenigstens ein ehrliches Lob. Wenn all das tatsächlich kommt, fühlt sich zunächst alles richtig an.


Doch was passiert, wenn die Belohnung nicht kommt? Dann entsteht schnell Frust, Enttäuschung, vielleicht sogar Wut. Du denkst dir: "Ich reiße mir hier jeden Tag ein Bein aus und niemand sieht es."


Genau darin liegt die Gefahr. Wenn wir unser Glück ausschließlich an die Früchte unserer Handlungen knüpfen, machen wir uns abhängig von Dingen, die wir oft gar nicht vollständig kontrollieren können. Und selbst wenn wir unser Ziel erreichen, zahlen wir dafür manchmal einen hohen Preis, vielleicht sogar mit unserer Gesundheit.


Was wir aus der Bhagavad Gita lernen können


Die Bhagavad Gita lädt uns dazu ein, einen anderen Weg auszuprobieren: Gib heute dein Bestes. Nicht weil dich jemand beobachtet. Nicht weil du Lob erwartest. Nicht weil du eine Belohnung bekommen möchtest. Sondern einfach, weil du entschieden hast, dein Bestes zu geben. Für dich. Am Ende des Tages kannst du dir dann sagen: "Ich habe heute alles gegeben, was mir möglich war."


Diese Zufriedenheit entsteht von innen. Sie hängt nicht davon ab, was andere über dich denken oder ob sie deine Leistung anerkennen. Und genau darin liegt eine unglaubliche Freiheit.


Vielleicht ist das wahre Tapas...


Ich weiß, dass diese Sichtweise zunächst ungewohnt klingt. Sie passt nicht besonders gut zu unserer heutigen Gesellschaft. Und vielleicht ist genau das ihre Stärke.


Vielleicht bedeutet Tapas eben nicht, sich mit eiserner Härte zu disziplinieren. Vielleicht bedeutet Tapas vielmehr, jeden Tag bewusst zu handeln, mit Hingabe und ohne sich an das Ergebnis zu klammern.


Probiere es doch einmal aus. Vielleicht bei einer kleinen Aufgabe im Alltag. Vielleicht in deiner Yogapraxis. Vielleicht auf der Arbeit.


Und wenn du magst, erzähl mir gerne, welche Erfahrungen du damit gemacht hast.

Und ja... das war quasi die Bhagavad Gita in zehn Minuten zusammengefasst. 😉


Wenn dich die Gedanken aus diesem Beitrag neugierig gemacht haben und du tiefer in die faszinierende Welt der Yogaphilosophie eintauchen möchtest, dann laden wir dich herzlich ein, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen.

 

In unserer 200-Stunden-Yogalehrerausbildung beschäftigen wir uns nicht nur mit Asanas und Anatomie, sondern auch intensiv mit den alten Yogaschriften und ihrer Bedeutung für unser modernes Leben. Denn Yoga beginnt nicht erst auf der Matte und endet dort schon gar nicht.

 

Lerne uns unverbindlich bei unserem kostenfreien Info-Workshop am 29. August kennen und erfahre alles über die Inhalte, den Ablauf und die Ausbildung. Der nächste Ausbildungsjahrgang startet am 1. Oktober.

 

Alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung findest du auf unserer Website: www.yoga-academy-thueringen.de

 


Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, tiefer einzutauchen. Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen.

 

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