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Herbstbeginn – ernten, danken und loslassen

4. Sept.
4 Min. Lesezeit

Die ersten kühleren Morgen. Das Licht wird weicher, die Tage langsam kürzer und irgendwo zwischen Spätsommer und Herbst verändert sich die Stimmung.


Der Herbst ist für mich eine besondere Zeit. Nicht nur, weil sich die Natur so sichtbar verändert, sondern weil er uns jedes Jahr aufs Neue daran erinnert, dass nicht alles bleiben muss.


Die Bäume beginnen loszulassen. Blätter fallen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Die Natur zieht sich langsam zurück und sammelt ihre Kräfte.


Und vielleicht dürfen auch wir uns fragen:

Was möchte ich jetzt ernten?

Wofür bin ich dankbar?

Und was darf ich langsam loslassen?


Die Zeit der Ernte


In vielen alten Bräuchen war der Herbst vor allem eine Zeit des Dankes. Die Ernte wurde eingebracht, Vorräte wurden angelegt und man hielt inne, um das zu würdigen, was gewachsen war.


Vielleicht ist das etwas, das uns heute manchmal fehlt. Wir sind schnell dabei, schon wieder auf das Nächste zu schauen. Das nächste Projekt, den nächsten Termin, das nächste Ziel.


Der Herbst lädt dazu ein, einmal zurückzublicken. Was ist in den letzten Monaten gewachsen? Vielleicht etwas ganz Konkretes. Ein Projekt, eine Beziehung, eine Idee. Vielleicht aber auch etwas, das von außen gar nicht sichtbar ist: mehr Vertrauen, eine neue Klarheit, ein Stück mehr Selbstfürsorge oder der Mut, etwas anders zu machen als bisher.


Ayurveda und der Übergang in den Herbst


Auch im Ayurveda spielen die Jahreszeiten eine wichtige Rolle. Der Herbst wird traditionell mit Vata verbunden – dem Prinzip von Bewegung, Veränderung und Leichtigkeit. Genau das können wir draußen beobachten: Wind, fallende Blätter, wechselhaftes Wetter, trockenere Luft und immer mehr Bewegung in der Natur.


Und während die Natur sich langsam zurückzieht, kann es auch für uns wohltuend sein, etwas mehr Ruhe, Wärme und Regelmäßigkeit in unseren Alltag zu bringen. Dafür braucht es keine komplizierte Morgenroutine und auch keinen komplett neuen Lebensstil.


Ein paar kleine Dinge können schon einen Unterschied machen:


Warm statt kalt

Gerade am Morgen tut ein warmes Getränk gut. Zum Beispiel warmes Wasser oder ein milder Kräutertee. Auch bei den Mahlzeiten darf es jetzt wieder etwas wärmer und nährender werden: Suppen, Eintöpfe, gekochtes Gemüse, Reis oder Haferbrei.

Das bedeutet nicht, dass du ab jetzt nur noch „ayurvedisch“ essen musst. Es geht vielmehr darum, wahrzunehmen, was dein Körper in dieser Jahreszeit braucht.


Weniger müssen, mehr Rhythmus

Der Sommer darf leicht und spontan sein. Im Herbst kann ein bisschen mehr Struktur guttun. Ähnliche Schlafenszeiten. Regelmäßige Mahlzeiten. Kleine Pausen im Alltag.

Nicht als weiteres To-do, sondern als eine Art Rahmen, der dich hält.


Wärme schenken

Wärme ist im Herbst eine schöne Form von Selbstfürsorge: Eine warme Dusche, dicke Socken, eine Wärmflasche, eine Tasse Tee, ein warmes Essen. Oder eine kleine Selbstmassage mit warmem Öl. Gerade eine kurze Ölmassage vor dem Duschen kann zu einem schönen Herbst-Ritual werden: ein paar Minuten Zeit für dich, ohne etwas leisten zu müssen.

Rausgehen – ganz bewusst

Auch wenn die Tage kühler werden: Geh nach draußen. Vielleicht nicht immer mit dem Gedanken, möglichst viele Schritte zu sammeln. Geh einfach. Schau dir die Farben an. Spüre den Boden unter deinen Füßen. Nimm den Wind wahr. Beobachte, wie sich die Natur verändert. Bewusstes Gehen kann eine kleine Meditation sein.


Loslassen muss nicht radikal sein


Ich glaube, beim Thema Loslassen denken wir oft an große Entscheidungen. Dabei kann Loslassen ganz klein beginnen. Eine Erwartung. Eine Gewohnheit. Ein Anspruch an dich selbst. Ein Gedanke, der dich schon lange begleitet. Etwas, das einmal richtig war, aber heute nicht mehr zu dir passt.


Die Natur macht uns vor, dass Loslassen nicht immer Verlust bedeutet. Der Baum verliert seine Blätter nicht, weil etwas schiefgelaufen ist. Er lässt sie gehen, weil eine neue Jahreszeit beginnt.


Vielleicht dürfen wir uns daran erinnern, dass auch wir nicht in jeder Phase unseres Lebens alles festhalten müssen. Manches darf bleiben, manches darf sich verändern und manches darf gehen.


Ein kleines Herbst-Ritual


Vielleicht möchtest du dir in den nächsten Tagen einen ruhigen Moment dafür nehmen.

Mach dir eine Tasse Tee, zünde eine Kerze an und nimm dir ein Blatt Papier.

Schreibe drei Dinge auf:


Dafür bin ich dankbar: Was hat mir dieser Sommer geschenkt?

Das möchte ich mitnehmen: Was möchte ich bewahren und mit in den Herbst nehmen?

Das darf ich loslassen: Was muss nicht mit in die nächste Jahreszeit?


Du musst nichts davon sofort verändern. Manchmal reicht es schon, etwas bewusst wahrzunehmen. Vielleicht ist genau das Selbstfürsorge: Nicht immer noch mehr für sich zu tun, sondern zwischendurch innezuhalten und zu spüren, was gerade wirklich da ist.


Danke für diesen Sommer


Und bevor wir ganz im Herbst ankommen, möchte ich auch noch einmal DANKE sagen.

Danke für all die schönen Begegnungen in diesem Sommer – bei Yoga im Park, beim Alpaka Yoga, am Saalburg Beach, auf Festivals, bei unseren Veranstaltungen und natürlich auf der Matte.


Es war eine bunte und intensive Sommersaison und ich bin dankbar für jede einzelne Begegnung. Jetzt darf es langsam etwas ruhiger werden. Mehr Wärme. Mehr Rückzug. Mehr Zeit zum Spüren. Und vielleicht auch ein bisschen mehr Raum für dich selbst.


Ayurvedische Begleitung im Herbst


Wenn du Lust hast, Ayurveda nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern ganz konkret auf deinen Alltag und deine aktuelle Lebenssituation anzuwenden, biete ich ab Oktober wieder freie Kapazitäten für ayurvedische 1:1 Beratungen an.


Dabei geht es nicht um noch mehr Regeln oder darum, alles „richtig“ zu machen. Wir schauen gemeinsam, was dich gerade unterstützt und welche kleinen Veränderungen sich wirklich gut in deinen Alltag integrieren lassen.


Wenn dich das interessiert, findest du hier weitere Informationen und die Möglichkeit zur Buchung.


Und bis dahin: Genieße den Übergang. Sammle, was dich nährt. Danke für das, was war. Und erlaube dir, manches langsam loszulassen. 


Foto: Claudia Tiersch
Foto: Claudia Tiersch

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